Peisazhet e Shpipërisë (Albanische Landschaften) (2010-heute)
Ilfochrome-Unikate, 148-174cmx61cm
Bei meiner ersten Reise nach Albanien 1995 fielen mir sofort die kleinen Betonpilze auf, die im ganzen Land scheinbar wahllos verstreut in die Landschaft geworfen waren und diese durch ihre markante Form und ihre scheinbare Allgegenwärtigkeit prägten. Fast 15 Jahre später habe ich mich nun künstlerisch mit den in den siebziger Jahren durch den sozialistischen Machthaber Enver Hoxha zu hunderttausenden im Land aufgestellten Bunkern auseinandergesetzt, indem ich einige von ihnen zu Lochkameras umgebaut habe. »Peisazhet e Shqipërisë – Albanische Landschaften« zeigt somit Bilder, die nicht mit einer Kamera, sondern mit einem Bunker fotografiert wurden. Rein optisch wirken sie zunächst wie etwas unscharfe, großformatige Landschaftsfotos. Erst im Kontext ihrer Entstehung erschließt sich neben der visuellen eine weitere Ebene: Jedes einzelne Bild ist aufgeladen mit der Geschichte des Bunkers, in dem es entstanden ist. Ein militärisches Bauwerk, welches seinen Ursprung in einer schwierigen Periode der albanischen Geschichte hat, bekommt einen neuen Sinn und wandelt sich von einem destruktiven zu einem kreativen Instrument.

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